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„Es war, als ob sie sich ein bestimmtes Leben wünschte, aber ein anderes leben musste, gefangen in der ewigen Zwiesprache mit sich selbst.“

Titel: Honigtot

Autor: Hanni Münzer

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Seiten: 404

Preis: 3,99 € (Kindle Edition)

ISBN: 978-1495319792

Das Cover:

Also das Cover ist wirklich hässlich. Flüssiger Honig, okay. Eine Biene, die den i-Punkt von Honigtot bildet, echt scheußlich. Auch die schwarze Schrift ist nicht besonders schön. Dieses Buch habe ich also nicht wegen des tollen Covers gekauft.


Die Geschichte:

Die eigentliche Geschichte und damit auch der Hauptteil des Buches wird von einer Klammer zusammengehalten: Felicity ist schon fast auf dem Weg nach Kabul, um dort für „Doctors for the World“ zu arbeiten. Doch da erfährt sie plötzlich, dass ihre Mutter sich spontan auf den Weg nach Rom gemacht hat. – Und das ohne ihrem kranken Mann oder ihrer Tochter Bescheid zu geben. Eben hat sie noch das Zimmer ihrer verstorbenen Mutter im Pflegeheim ausgeräumt, im nächsten Moment sitzt sie im Flieger nach Italien. Felicity verschiebt ihre Pläne und reist ihrer Mutter hinterher.

Hier beginnt die eigentliche Geschichte. Felicitys Mutter ist der Vergangenheit ihrer Mutter Deborah auf der Spur. Diese hat ihre tragische Lebensgeschichte in Romanform niedergeschrieben: Als Tochter eines jüdischen Arztes und einer österreicherischen Opernsängern hatte sie zunächst ein wohlbehütetes Leben in München. Doch dann kam Hitler an die Macht und die Familie beschließt nach London zu fliehen. Leider verschwindet ihr Vater Gustav spurlos und ihre Mutter Elizabeth verfolgt die Fluchtpläne weiter. Alles scheitert und sie heiratet den hochrangigen SS-Funktionär Albrecht Brunnmann. – In der Hoffnung, dass ihre Kinder somit in Sicherheit sind. Als Elizabeth einer schweren Lungenentzündung erliegt, findet Albrecht Gefallen an ihrer Tochter Deborah. Diese wird seine Geliebte und begleitet ihn auf seinen Reisen nach Österreich und Polen.

In Krakau lernt Deborah Marlene kennen. Schnell stellt sich raus, dass die Spionin des polnischen Widerstands ist und an Albrechts Unterlagen gelangen will. Deborah, die sich von Albrecht immer häufiger gedemütigt und sich ihm ausgeliefert fühlt, will Marlene dabei helfen. Am Ende fliegt beinahe alles auf. Marlene wird verhaftet und gefoltert, Deborah von Albrecht zu Hause eingesperrt. In den letzten Tages des zweiten Weltkrieges flüchtet Albrecht nach Rom und lässt Deborah schwanger zurück. Diese will nur noch eins: Rache.

 

Mein Fazit:

Die Geschichte von Elizabeth und Deborah ist grandios. Wirklich beeindruckend beschreibt Münzer die Atmosphäre der damaligen Zeit und Einzelschicksale der Naziherrschaft. Ich habe mit beiden Frauen ständig mitgefiebert und war stets betrübt, wenn ihre Suche oder ihre Bemühungen im Sande verliefen. Diese Hilflosigkeit und dennoch nicht zu brechender Mut haben mich sehr beeindruckt.

Weniger gelungen ist allerdings die Rahmenhandlung. Ja, ich verstehe, dass Münzer aufzeigen wollte, dass die durch den Holocaust erlittenen „Wunden“ noch heute Generationen beeinflussen. Aber knapp zehn Prozent stark konstruierte Rahmenhandlung, bei einer zweiten, so starken Geschichte, das fällt schon negativ auf.

Für ein selbstverlegtes Buch ist Honigtot wirklich sehr gut geschrieben. Ich hatte schon befürchtet hier auf das Werk eines Hobbyautors zu stoßen. Münzer hat die Charaktere sehr gut beschrieben und historische Wahrheiten mit privaten Schicksalen verknüpft, sodass Spannung aufkam. In drei Tagen weg gelesen. Vier Sterne!

 

Gedanken zu „Es war, als ob sie sich ein bestimmtes Leben wünschte, aber ein anderes leben musste, gefangen in der ewigen Zwiesprache mit sich selbst.“

  1. Birgit Egemann

    Honigtot – ein äußerst lesenswerter Roman von Hanni Münzer
    Eine wirklich grandiose Geschichte und obwohl fiktional, wirkt sie sehr wirklichkeitsnah und ergreifend. Dem Leser ist es möglich, sich ohne Weiteres in die Personen des Romans hineinversetzen, sich mit ihnen freuen und mit ihnen leiden.
    Wenn man anfängt zu lesen, kann man nicht aufhören, bevor der Roman zu Ende ist.

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